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Und
selbst die Eskimos massieren Ihre Kinder. Die Technik, die bei uns
gelehrt wird, hat vor allem indische Einflüsse. Dort werden sogar Mutter
und Baby täglich massiert, und das schon seit Jahrhunderten. Täglich
kommt eine "Dai" ins Haus und massiert beide mit ayurvedischen Ölen. "Dais"
sind speziell ausgebildete Frauen, die per Dosha-Test die Konstitution
des Babys erkennen und die Öle dementsprechend aussuchen. Die
Behandlungen für Mutter und Kind sind in Indien kein Privileg der
Besserverdienenden, sondern ganz normal. Bei uns wird die Babymassage
nicht als medizinische Massage verstanden. Vielmehr handelt es sich um
sanfte, liebevolle Berührungen und Streicheleinheiten, die allesamt
positiv wirken.
Wie
wirkt die Massage auf den Körper?
Regelmäßige Massagen fördern die motorische Entwicklung des Kindes. Das
Nervensystem entsteht in der Embryonalentwicklung aus dem gleichen
Keimblatt wie die Haut. Somit kann das Nervengerüst über die Haut
beeinflusst werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass bei massierten
Säuglingen schneller Myelin gebildet wird. Das ist ein fetthaltiges
Mark, das sich wie eine Schutzhülle um die Nerven legt. Je mehr Myelin
einen Nerv ummantelt, desto besser ist die Reizübertragung zwischen
Gehirn und Muskel. Die Motorik reift schneller. Es wird vermutet, dass
so durch Babymassage eine bessere Muskelkoordination entwickelt wird.
Langfristig verspricht das eine bessere Haltung - also eine ideale
Vorbeugung vor Schäden an Knochen und Gelenken. Durch die Massagen wird
zudem die Wahrnehmung des Babys geschult. Nur aus einer guten
Körperwahrnehmung kann eine gesunde Körperhaltung entstehen. Weil Babys
die Massagen im Normalfall sehr genießen, wird angenommen, dass Hormone
ausgeschüttet werden, die das Immunsystem und die hormonale Stressabwehr
langfristig stärken. Das Allergierisiko sinkt, und auch bei Bauchweh
oder Husten bringt eine Massage Linderung.
Textauszug aus Geo.de |