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Geschichte
Über die Entstehung von Qi Gong existieren verschiedene Auffassungen. Die
Legende sagt, vor 5000 Jahren veränderte sich das Klima in China so stark, dass
Menschen dadurch krank wurden. In ihrer Verzweiflung warfen sie sich vor Gott
nieder und bemerkten, dass sich durch die Bewegung ihr Zustand verbesserte. So
entstand Qi Gong. Andere meinen, vor tausend Jahren gab es in China
Wunderheiler, "Lohan" genannt, die über besondere Fähigkeiten verfügten. Nach
dem Tod wurde für jeden "Lohan" eine Statue errichtet. Diese werden heute noch
angebetet und verehrt. Jeder "Lohan" wurde in einer für ihn typischen Haltung
abgebildet, es war die Haltung, in der er am häufigsten Menschen geheilt hat.
Diese Haltungen sind die heutigen Qi-Gong Übungen. An den Qi Gong Instituten in
China hat man die verschiedenen Haltungen untersucht und festgestellt, dass die
Energie in diesen Stellungen stärker zu fließen beginnt. Die ältesten
schriftlichen Hinweise auf die Körperübungen finden sich im "Nei Jing". Eine
Sammlung medizinischer Ratschläge, die der Arzt Qi Bo dem Kaiser Huang Di um
2600 vor Christus gegeben hat. Später entstandene Schriften beschreiben
verschiedene Qi Gong Schulen. Dort wurde das berühmte "Spiel der fünf Tiere"
gelehrt. Die fünf Tiere sind entsprechend ihren Eigenschaften den fünf Elementen
zugeordnet.
Behäbiger Bär - Erde
Anmutiger Kranich - Metall
Geschmeidiger Affe - Wasser
Kraftvoller Tiger - Holz
Dynamischer Hirsch - Feuer
Mit der Zeit entstand aus dem "Spiel der fünf Tiere" eine heilgymnastische
Bewegungsform, die Grundlage des heutigen Qi Gong. Während der Kulturrevolution
in China war Qi Gong verboten, erlebt aber seit den 50er Jahren eine wahre
Renaissance. Qi Gong ist in seinem Ursprungsland zur Massenbewegung geworden.
Betriebe regen ihre Mitarbeiter an, sich mit Entspannungsübungen des Qi Gong fit
zu halten, an Universitäten und Schulen verbessern viele ihre Aufmerksamkeit
durch die Übungen, und morgens sind die Parks voll von übenden Menschen.

Techniken des Qi Gong
Qi Gong kann im Liegen, Sitzen, Stehen und Gehen ausgeübt werden. Die Übungen im
Liegen eignen sich besonders für kranke und schwache Menschen, sie helfen
speziell bei Schlafstörungen. Die Übungen im Sitzen werden zur Stärkung des
Körpers angewandt. Für die geistige Konzentration sind Haltungen im Stehen
besonders hilfreich, und im Gehen wird die Kraft entfaltet. Bei allen Bewegungen
konzentriert sich der Übende auf eine gleichmäßige, tiefe Atmung, um dadurch die
Lebenskraft Qi aufzunehmen. Man unterteilt weiter in "innere" Übungen für Blut,
Puls, Atmung, Organe und "Äußere" Übungen für Skelett, Sehnen, Muskeln und Haut.
Am besten ist es, die Übungen unter freiem Himmel zu machen. Die Energie der
reinen und frischen Natur ist für das Qi am besten. Dann kommt der Körper auch
besser mit negativen Energien wie Umweltgiften, Abgasen und Radiowellen zurecht.
Qi Gong ist eine der wenigen Therapieformen der traditionellen chinesischen
Medizin, bei der Gefühle mit berücksichtigt werden. Da jedem Meridian eine
bestimmte Gefühlslage zugeordnet ist, beeinflussen die Übungen, anders als das
verwandte Tai Chi Chuan das Wohlbefinden und die Psyche. Inzwischen gibt es
Unterarten des Qi Gong wie etwa den Shaolin-Stil, den Daoistischen Stil, den
Kranich-Stil und das stille Qi Gong, Nei Gong genannt.
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